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Doula Huda, Kinderwunsch- und Schwangerschaftsbegleitung

Partnerschaft3 Min. Lesezeit

Was Partner bei der Geburt wirklich tun können

Die meisten wollen helfen und wissen nicht wie. Sieben konkrete Dinge, die im Kreißsaal tatsächlich einen Unterschied machen.

Es gibt einen Moment im Kreißsaal, den ich sehr oft sehe. Die Frau ist mitten in einer Wehe. Und daneben steht ein Mensch, der sie liebt, hält ihre Hand und sieht dabei aus, als würde er am liebsten durch den Boden verschwinden.

Das liegt nicht an mangelnder Liebe. Es liegt daran, dass ihm nie jemand gezeigt hat, was zu tun ist.

Warum Vorbereitung hier so viel ausmacht

Partner gehen mit einer denkbar schlechten Ausgangslage in die Geburt: maximale emotionale Beteiligung, minimale Handlungsmöglichkeit. Sie können nichts abnehmen, nichts beschleunigen, nichts leichter machen. Diese Kombination erzeugt Hilflosigkeit, und Hilflosigkeit erzeugt Rückzug.

Der Ausweg ist erstaunlich simpel: Man muss vorher wissen, was man tun kann. Nicht theoretisch. Praktisch, mit den Händen geübt.

Die sieben Dinge

1. Bleib im Raum. Klingt lächerlich. Ist es nicht. Wenn es lang wird, gehen Partner „kurz einen Kaffee holen", weil sie es nicht aushalten. Genau in diesen Minuten passiert oft der Übergang zur nächsten Phase. Wenn du eine Pause brauchst, sag es und geh bewusst, nicht heimlich.

2. Übernimm das Reden mit dem Personal. Nicht, um Entscheidungen zu treffen, sondern um Fragen zu stellen, die sie gerade nicht formulieren kann. „Können Sie uns kurz erklären, warum das jetzt nötig ist?" ist der wertvollste Satz im Kreißsaal. Er verschafft eurem Paar Zeit und Verständnis.

3. Lerne einen einzigen Massagegriff richtig. Der Kreuzbeindruck. Beide Handballen flach auf das untere Kreuzbein, während der Wehe fest gegenhalten. Nicht reiben, nicht streicheln, sondern drücken. Das ist keine Wellness, das ist Gegendruck gegen den Schmerz, und für viele Frauen ist es das Wirksamste überhaupt.

4. Atme vor. Wenn die Atmung schnell und flach wird, atme selbst hörbar langsam und tief. Sag nichts. Atme einfach neben ihr. Menschen synchronisieren sich unbewusst. Das funktioniert besser als jede Aufforderung, sich zu beruhigen.

5. Sprich weniger, als du denkst. Zwischen den Wehen sind kurze Sätze willkommen. Während einer Wehe ist Sprechen fast immer Störung. Merksatz: Während der Wehe bist du Körper, zwischen den Wehen bist du Stimme.

6. Sag Sätze, die tragen, nicht Sätze, die bewerten. Gut: „Ich bin hier." „Du machst das." „Eine nach der anderen." „Ich gehe nicht weg." Schlecht: „Ist doch gleich vorbei." „Jetzt entspann dich mal." „So schlimm ist es nicht." Der Unterschied: Die erste Gruppe ist bei ihr. Die zweite bewertet ihr Erleben.

7. Kümmere dich um dich. Trinken. Essen. Auf die Toilette gehen. Ein Partner, der nach zwölf Stunden mit Unterzucker umkippt, hilft niemandem. Das ist kein Egoismus, das ist Ausdauerplanung.

Der Satz, den Frauen mir nach der Geburt am häufigsten über ihren Partner sagen, ist nicht „Er hat alles richtig gemacht", sondern „Er war einfach da, und ich habe gemerkt, dass er keine Angst hat."

Was ihr vorher üben solltet

Alles davon lässt sich zu Hause üben, und es dauert nicht lang. Ihr braucht eine Stunde und die Bereitschaft, euch dabei kurz albern zu fühlen.

  • Den Kreuzbeindruck, bis er ohne Nachdenken sitzt
  • Drei Positionen: Stehen am Bettrand, Vierfüßler, Sitzen rückwärts auf dem Stuhl
  • Gemeinsames Atmen über drei Minuten am Stück
  • Fünf Sätze, die sie hören möchte, sie sucht sie aus, du schreibst sie auf

Diese Liste wirkt banal. Im Kreißsaal ist sie Gold wert, weil dort niemand mehr improvisieren kann.

Ein Wort an die Partner

Du wirst diese Geburt nicht retten. Du wirst sie nicht angenehmer machen und nicht abkürzen. Deine Aufgabe ist eine andere und viel größere: Du bist der Mensch, der bleibt, wenn alle anderen wechseln.

Das kannst nur du. Und du kannst es besser, wenn du vorher geübt hast.


Genau dafür gibt es den Termin „Stark in die Geburt": zwei Stunden, zu zweit, praktisch. Danach wisst ihr nicht mehr nur, was passiert, ihr könnt etwas.

Deine Doula Huda

Von Huda · München

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